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Auszug aus der Broschüre "Wichtige Tips für Ihr Motoröl" von den Schmierstoff-Fachleuten der GM Forschung (1989)

KEINEN RESPEKT

Motoröle und Clowns haben eins gemeinsam: Keiner hat Respekt vor ihnen.
Mal Hand aufs Herz, wer achtet denn schon aufs Motoröl. Viel zu häufig bleibt
es viel zu lange im Motor, nicht selten weit über die empfohlene Gebrauchsdauer
des Oels hinaus...das heisst, falls es überhaupt das richtige Motoröl ist.

Von unseren Motoren wird heute mehr verlangt

Lange Strecken auf der Autobahn: Bei Autobahnfahrten wird das Motoröl über
mehrere Stunden hinweg ununterbrochen hohen Temperaturen ausgesetzt.
Dadurch kann das Oel oxydieren und dickflüssig werden, wenn es nicht rechtzeitig
gewechselt wird.
Kurzfahrten, auf dem Sprung zum Einkauf, zum Kino oder zur Kirche, stellen für den
Motor ausserordentliche Belastungen dar. Was geht dabei vor ? Kondenswasser und
Kraftstoffrückstände im Oel können auf kurzen Fahrten nicht vollständig verdampfen.
Das führt zu säurehaltigen Verbrennungsrückständen und Rostbildung im Motor.

Was Motoröl leistet:

Schmierung. Darin besteht die Hauptaufgabe der Motorenöle. Das Oel bildet einen
Schmierfilm zwischen den gleitenden Motorteilen und verhindert dadurch Reibung und
Verschleiss.
Kühlung. Das Motoröl ist ein Kühlmittel für Kolben, Lager, Pleuellager und Nockenwelle.
Dabei führt das Oel bis zu 10% der im Motor erzeugten Wärme ab.
Dichtung.Die Dichtung, von der an dieser Stelle die Rede ist, betrifft die Abdichtung der bei
der Verbrennung entstehenden Gase. Obwohl die meisten Kolben mit zwei Kolbenringen
und einem Oelring abgedichtet sind, können Verbrennungsgase durch die Ringöffnungen
und entlang den mikroskopisch feinen Furchen der Zylinderbuchse in das Kurbelgehäuse
gelangen. Die Zuführung von Oel kann das Austreten der Gase aus dem Verbrennungsraum
verringern.
Reinigung. Verbrennungsrückstände und Verunreinigungen (Metallabrieb, Staub) im Oel sind
unvermeidbar. Diese Partikel klumpen leicht zusammen und können zur Verschlammung und
Verharzung des Oels führen. Nur gutes Oel kann das Zusammenballen dieser Fremdstoffe
verhindern. Da das Oel in der Lage ist, die Verunreinigungen zu binden, werden sie beim
nächsten Oelwechsel mit dem Altoel aus dem Motor geschwemmt.
Erleichtert das Anlassen des Motors. Dabei handelt es sich um eine reine Kaltstartforderung.
Bei Aussentemperaturen unterhalb des Gefrierpunkts sollte das Oel dünnflüssig genug sein,
um das Anlassen des Motors zu ermöglichen. Bei steigender Erwärmung und Verflüssigung des
Motoröls darf das Motoröl allerdings seine Schmier- und Dichtfähigkeit nicht verlieren. Darin
liegt die ungeheure Bedeutung der heute gebräuchlichen Mehrbereichsöle.
Rost- und Korrosionsschutz. Kann es vorkommen, dass Metall im Oel tatsächlich rostet ? Mit
Sicherheit, solange das Oel chemisch wirksame Verbrennungsrückstände oder Wasser enthält.
Ein gut zusammengesetztes Oel bildet einen feinen Oelfim auf den Metallteilen und schützt auf
diese Weise die rostanfälligen Teile vor Wasser. Ausserdem neutralisieren die Additive die sauren
Verbrennungsrückstände im Oel, ganz ähnlich der Wirkung von Medikamenten gegen Magensäure.

Die gebräuchlichen Zusätze

Verschleisshemmer, Reinigungs- und Lösungswirkstoffe, Oxydationshemmer, Entschäumer, Korrosions-
inhibitoren, Viskositäts-Indexverbesserer, Stockpunkterniedriger, Reibungsmodifikatoren.


Zu guter letzt:

-Nur Motorenöle der Spitzenklasse verwenden: SG, SG/CC oder höher
-Die richtige Viskosität für Ihren Motor wählen
-Kraftstoffsparende Oele verwenden
-Den Oelstand regelmässig prüfen
-Den Oelwechsel fristgerecht vornehmen 




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Veröffentlicht
17:35:00 31.07.2016